Die letzten Wochen vor den Sommerferien fühlen sich für viele Mamas merkwürdig an. Eigentlich ist doch alles gut. Das Kindergartenjahr geht zu Ende. Das Schuljahr ist fast geschafft. Die Ferien stehen vor der Tür.

Und trotzdem merkst du: Du bist schneller gereizt. Du bist emotionaler als sonst. Du denkst mehr nach. Du schläfst schlechter. Du fühlst dich erschöpft. Vermutlich freust du dich auf die Ferien. Und gleichzeitig fühlst du dich überfordert. Du bist so stolz auf dein Kind. Und gleichzeitig traurig, dass eine Zeit zu Ende geht. Du freust dich auf mehr gemeinsame Zeit als Familie. Und fragst dich gleichzeitig, wie du all das schaffen sollst.

Wenn dir das bekannt vorkommt, möchte ich dir etwas Wichtiges sagen: Mit dir stimmt alles. Du bist nicht zu empfindlich. Du reagierst auf eine Zeit voller Veränderungen.

Wenn viele Gefühle gleichzeitig da sind

Gerade hochsensible Menschen nehmen Übergänge oft besonders intensiv wahr. Denn es verändert sich nicht nur der Kalender. Es verändern sich Routinen. Gewohnheiten. Menschen. Abläufe. Manchmal sogar ganze Lebensabschnitte.

Vielleicht wechselt dein Kind im Herbst in die Schule.
Vielleicht kommt ein neuer Kindergarten.
Vielleicht verändert sich die Betreuung.
Vielleicht steht ein Urlaub bevor.
Vielleicht gibt es finanzielle Sorgen.
Vielleicht fragst du dich, wie du die nächsten Wochen organisieren sollst.

Und während außen alles nach Vorfreude aussieht, arbeitet dein Inneres längst auf Hochtouren. Das Problem ist dabei oft nicht das Gefühl selbst. Sondern unser Widerstand dagegen. Wir glauben, wir müssten uns einfach freuen. Wir glauben, wir müssten dankbar sein. Wir glauben, wir dürften nicht gleichzeitig erschöpft, traurig, unsicher oder überfordert sein.

Doch Gefühle funktionieren nicht so.

Der erste Schritt in die Innere Balance

Für mich beginnt Innere Balance immer an derselben Stelle: Nicht beim Wegmachen. Sondern beim Annehmen. Deshalb möchte ich dir eine einfache Übung mitgeben, die ich selbst regelmäßig nutze und auch meinen Klientinnen lieben.

Die „Es ist okay, dass …“-Übung

Setze dich bequem hin und schließe die Augen.
Atme einige Male tief durch die Nase ein und langsam durch den Mund aus.
Dann finde in deinen natürlichen Atemrhythmus zurück.

Frage dich:
Was nehme ich gerade in meinem Körper wahr?
Vielleicht Anspannung im Bauch.
Vielleicht Druck in den Schultern.
Vielleicht Unruhe.
Vielleicht einen Gedanken.

Wenn du nichts wahrnimmst, frage dich:
Welches Gefühl oder Gedanke ist gerade da?
Dann sage dir zum Beispiel: „Es ist okay, dass diese Anspannung gerade da ist.“ Oder: „Es ist okay, dass ich gerade traurig bin.“

Spüre danach einen Moment nach. Was verändert sich? Wenn dein Kopf sofort protestiert und sagt: „Nein, das ist überhaupt nicht okay.“, dann antworte: „Es ist okay, dass ich das gerade nicht okay finde.“ Auch das darf da sein. Wiederhole diesen Satz für alles, was auftaucht: „Es ist okay, dass …“

So lange, bis du merkst, dass dein System etwas weicher wird. Danach bewege dich kurz. Atme noch einmal tief ein und aus. Bedanke dich bei dir. Und öffne langsam die Augen.

So einfach dieser Prozess klingt: Für viele Menschen ist genau das der erste Schritt zurück in ihre Innere Balance.

Wenn du diese Übung als Video sehen und durchführen magst, dann schau gerne einmal HIER bei Instagram vorbei – hier leite ich dich an, besser mit den sommerlichen Temperaturen klarzukommen.

Du musst nicht gegen dich kämpfen

Viele Mamas verbringen unglaublich viel Energie damit, ihre Gefühle kontrollieren zu wollen. Sie wollen ruhiger sein. Gelassener. Dankbarer. Entspannter. Sie wollen den Druck oder die Anspannung weghaben.

Doch Gefühle verschwinden selten dadurch, dass wir sie wegdrücken. Sie werden automatisch lauter. Wie bei einem Ball, den du versuchst, unter Wasser zu drücken. Das funktioniert, bis dir die Kraft ausgeht.  Dann schießt der Ball in die Höhe. Genau das machen auch deine Gefühle.

Du darfst in diese Haltung kommen: Der Ball schwimmt neben dir auf der Wasseroberfläche. Du siehst ihn, er berührt dich nicht. Und automatisch verlierst du keine Energie mehr daran. Gefühle wollen nicht bekämpft werden. Sie wollen wahrgenommen werden.

Wenn du gerade merkst, dass die letzten Wochen vor den Sommerferien emotional anstrengend sind, dann bedeutet das nicht, dass du versagt hast. Es bedeutet nicht, dass du undankbar bist. Und es bedeutet auch nicht, dass du etwas falsch machst. Es bedeutet nur, dass gerade viel in Bewegung ist. Und dass dein System versucht, all das zu verarbeiten.

Wenn du verstehen möchtest, warum dein Nervensystem so reagiert

In meinem Workshop zum Thema Angst zeige ich ausführlich, warum unser Nervensystem oft Alarm schlägt, obwohl objektiv gar keine Gefahr besteht.

Du erfährst:

Denn echte Veränderung beginnt nicht damit, dass wir Gefühle loswerden. Sondern damit, dass wir lernen, ihnen anders zu begegnen. Genau dort entsteht Innere Balance. Und genau dort beginnt die Ruhe, nach der du so lange gesucht hast.

Weitere Infos zu meinem Workshop findest du HIER.

Möchtest du mehr über mich und meine Arbeit erfahren?

Stephanie Profilfoto

Ich bin Stephanie Kleinoscheg, Gründerin von kindSkraft.

Als hochsensible Mama von zwei wundervollen Söhnen kenne ich den Spagat zwischen Kindern, Arbeit und dem Wunsch, allem gerecht zu werden.

Ich kenne das schlechte Gewissen.
Den inneren Druck.
Und die Erschöpfung, wenn alles zu viel wird.

Auch ich habe lange gedacht, dass meine Hochsensibilität ein Problem ist.

Heute weiß ich:
Sie ist mein innerer Kompass.

Ich bin Dipl. Psychologische Beraterin, Mentaltrainerin und Elementarpädagogin und in meiner Beratung dreht sich alles um hochsensible Mamas. In meiner Arbeit verbinde ich verschiedene Perspektiven, damit Veränderung nicht anstrengend wird, sondern Schritt für Schritt möglich ist.

Wenn du spürst, dass du mehr innere Balance, Kraft und Verbindung willst, findest du hier den Raum dafür.

Nimm gerne Kontakt zu mir auf (Mail an mich) oder finde weitere Infos auf meinem Große-Schwester-Profil und auf meiner Website.

Nun geht sie los – die Weihnachtssaison mit Geschenke-Einkäufen und Weihnachtsfeiern, Essensplanungen und Deko-Ideen. Wir hetzen von einem Termin zum nächsten und arbeiten routiniert die To-Do-Listen ab. Doch schnell verlieren nicht nur wir Hochsensiblen uns in den vielen Verpflichtungen und Herausforderungen des Alltags. Dadurch passiert es häufig, dass wir den Blick für die kleinen Dinge verlieren, die uns eigentlich am Herzen liegen und Freude bereiten. Das Ergebnis: Vermeintliche Kleinigkeiten schaffen es immer wieder, uns zu stressen oder gar die Laune zu verderben.

Wie gelingt es uns also, die Weihnachtszeit zu genießen?

Mit den positiven Effekten von Dankbarkeit: Wenn wir Dankbarkeit zu einem festen Bestandteil unseres Alltags machen, können wir den Abstand zu Alltagssorgen vergrößern und dem (vermeintlichen) Stress leichter begegnen. Studien zeigen, welche positiven Effekte Dankbarkeit auf unsere sozialen Beziehungen, unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden hat. Dankbarkeit wirkt in einem Teil des Gehirns, der unter anderem unsere Stressresistenz beeinflusst, und sorgt für die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin. Es geht dabei nicht darum, dass wir uns negative Dinge schönreden. Stattdessen hörst du auf, vermeintliche Probleme immer wieder zu durchdenken. Du legst den Fokus bewusst auf die positiven Aspekte in deinem Leben und kannst erfüllter durch den Tag gehen.

Und das Schöne ist: Dankbarkeit ist wie ein Muskel, den wir trainieren und stärken können.

Dankbarkeitsrituale für den Alltag

1. Bewusst Danke sagen

Wie oft sagst du den Menschen um dich herum von Herzen Danke? Dabei ist es so leicht und geht schnell. Bedanke dich bei Fremden, genauso wie bei deinen Freunden und deiner Familie. Gerade die, die uns nahestehen, nehmen wir oft für selbstverständlich. Ein bewusster Dank macht nicht nur sie glücklich, sondern gibt dir ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit.

2. Die Verlust-Formel

Stell dir vor, wie dein Leben ohne bestimmte Menschen, Dinge oder Erlebnisse wäre. Dieses Gedankenexperiment hilft dir, alles wieder mehr zu schätzen, was du bereits hast. Eine regelmäßige gedankliche Auszeit, in der du dir bewusst machst, wie kostbar dein Leben ist, wirkt Wunder.

3. Das Momente-Sammel-Glas

Das Momente-Sammel-Glas ist eine tolle Möglichkeit, um die kleinen und großen Freuden des Alltags bewusst wahrzunehmen und zu sammeln.

Du benötigst:

Um dein Momente-Sammel-Glas zu füllen, schreibst du jeden Tag auf einen kleinen Zettel dein heutiges Highlight mit Datum: Was hat dir heute Freude gemacht? Worauf bist du heute stolz? Wer oder was hat dir ein gutes Gefühl gegeben?

Das können auch schon die kleinsten Dinge sein, wie die Sonne am Morgen, die ins Zimmer geschienen hat. Falte anschließend den Zettel zusammen und leg ihn in das Glas. Du kannst das Momente-Sammel-Glas auch gemeinsam mit deiner Familie befüllen, z.B. als gemeinsames Abendritual. Möglich sind auch das Sammeln von witzigen Sprüchen oder erste Male oder Meilensteinen deines Kindes/deiner Kinder.

Am besten stellst du dein Glas an einen Ort, wo es dich jeden Tag erinnert, zum Beispiel auf den Nachttisch. Vielleicht kannst du das Glas in dein Abendritual einbauen, sofern du eins hast. Ein kleiner Moment des Durchatmens oder Reflektierens – es geht natürlich auch im Laufe des Tages. Natürlich wird es vorkommen, dass du vergisst oder es zeitlich nicht schaffst, etwas aufzuschreiben. Es soll ja auch nicht stressen- setz dich dann z.B. einmal im Monat hin und schreibe ein paar Zettelchen auf. Lege dir einen Kalender daneben und reflektiere und ergänze dann mit seiner Hilfe. Es gibt bestimmt ein paar Highlights, die dir wieder einfallen.

Das Ganze hat mehrere positive Effekte: Du reflektierst achtsam deinen Tag und kannst ihn in Dankbarkeit abschließen. Und nach einem Jahr kannst du all diese Zettel lesen und dich an die vielen schönen Augenblicke erinnern, die du erlebt hast.

Was kommt eher nicht ins Glas?
Da es um das Thema Dankbarkeit geht, sollten auch nur positiv belegte Erlebnisse auf die Zettel geschrieben werden. Es geht bei dem Glas darum zu sehen, dass viele wunderschöne, lustige, tolle Momente dabei waren, die dein Jahr mit Freude und Glück gefüllt haben, auch wenn es natürlich die ein oder andere schlechte Nachricht oder Situation im Leben gab.

Und wann liest du die ganzen Zettel?
Heute in einem Jahr kannst du dir das Glas mit all deinen Erinnerungen vornehmen, die Zettel durchlesen und dich hoffentlich über all die schönen Sachen freuen, die das vergangene Jahr gebracht hat. Eine andere Variante ist natürlich auch die Reflexion an Silvester als besinnlichen Jahresabschluss. Egal wann – wichtig ist nur, dass du etwas Zeit hast und in der richtigen Stimmung dafür bist.

Ich wünsche dir viel Freude beim Trainieren deines Dankbarkeitsmuskels und eine schöne Vorweihnachtszeit!