In diesem Blogartikel plaudere ich mal wieder ein bisschen aus dem Nähkästchen und verrate dir, welche Routinen und Strukturen mir in den letzten Jahren geholfen haben, nicht im Chaos zu versinken und gleichzeitig meine Energie zu schonen.

Routinen und Struktur für Hochsensible

In meinem Kopf ist immer viel los

Ich lasse mich SEHR leicht von äußeren Einflüssen ablenken. Gleichzeitig finde ich auch Beschäftigungen, die vermeintlich wichtiger sind, als das, was ich eigentlich gerade machen wollte. Und zack, bin ich mittendrin in einer Aufgabe, die eigentlich überhaupt keine Priorität hatte, während mein ursprünglicher Plan irgendwo auf der Strecke geblieben ist. Ich habe lange gebraucht, um diese Eigenschaft an mir zu akzeptieren. Denn natürlich gehört genau das auch irgendwie zu meiner Persönlichkeit und meiner Kreativität. Mein Kopf ist ständig auf Empfang, verbindet Dinge miteinander, springt von einem Gedanken zum nächsten. Dabei stehe ich mir dadurch oft selbst im Weg oder biege falsch ab und verurteile mich im Nachhinein dafür, dass ich nicht so kreativ oder produktiv oder erfolgreich wie andere bin. Und das alles kostet unwahrscheinlich viel Energie, die mir an anderen Stellen dann wieder fehlt.

Damit das nicht immer wieder automatisch passiert, versuche ich mich selbst auszutricksen. Hier also ein paar der Strategien, die ich mir in den vergangenen Jahren erarbeitet habe und die mir helfen. Und nein: Ich schaffe es natürlich nicht, sie zu 100 Prozent selbst zu befolgen. Und sie sorgen auch nicht dafür, dass ich plötzlich nicht mehr ablenkbar bin. Mein Gehirn ist weiterhin voll, ich schweife auch weiterhin ab und verschiebe Dinge. Manchmal lande ich auch nach wie vor bei einer Aufgabe, die überhaupt nicht auf meinem ursprünglichen Plan stand. Aber die Strukturen helfen mir dabei, schneller wieder zurückzufinden. Sie geben meinem Kopf ein bisschen Orientierung und meinem Nervensystem die Möglichkeit, einen Schritt zurückzutreten.

Für neurotypische Menschen mag das an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas übertrieben klingen. In Gesprächen mit anderen Hochsensiblen mache ich jedoch immer wieder die Erfahrung, dass genau diese Strukturen und Hilfsmittel im Alltag einen echten Unterschied machen können.

Vielleicht ist etwas dabei, das dir hilft. Vielleicht funktioniert für dich aber auch etwas überhaupt nicht, und beides ist völlig okay. Probier dich aus und lerne dich selbst besser kennen. Wenn dich fixe Abläufe stressen oder eher einengen, dann lass sie weg. Es geht nicht darum, irgendeine perfekte Routine zu finden, sondern herauszufinden, was DIR guttut und wie DU am besten arbeiten und leben kannst. Und vor allem, ohne dich dafür zu verurteilen oder dich zu ärgern, wenn es mal nicht so läuft wie geplant.

Ich bin gespannt, ob du dich in manchen Punkten wiedererkennst!

Routinen

Mein Morgen sieht meistens ähnlich aus und folgt einem festen Ablauf. So muss ich nicht jeden Tag neu überlegen, was eigentlich ansteht, sondern weiß von vornherein, wie mein Tag ungefähr aufgebaut ist. Ich versuche, Krafttraining (ja ja, Frau ab 40, if you know, you know 😉) fest in meinen Alltag einzuplanen. Auch für die Social-Media-Planung und andere wiederkehrende Aufgaben habe ich feste Zeitslots. Und regelmäßig verabrede ich mich zum Coworking.

Ich wiederhole auch Dinge, von denen ich weiß, dass sie mir guttun, denn wenn ich sie nicht regelmäßig mache, verschwinden sie in den Weiten meines Gehirns und irgendwann stolpere ich wieder darüber und denke: „Oh, was für eine tolle Technik!“ Nur um dann festzustellen: Ach ja, die kannte ich ja schon. Bestes Beispiel: Entspannungstechniken und Rückenübungen. Wenn ich dafür keinen festen Platz in meinem Alltag habe, verliere ich sie irgendwann aus den Augen und wundere mich anschließend über Rücken- oder Kopfschmerzen.

Was nirgends steht, existiert nicht

Ich vergesse Dinge. Ob aufgrund beginnender Wechseljahre und Brain Fog, wegen Mental Load, weil gerade einfach zu viel im Kopf ist oder aus irgendeinem anderen Grund…wer weiß das schon. Deshalb gilt: Ich notiere mir ALLES.

Im Alltag fallen mir beispielsweise Dinge ein, die ich einkaufen muss: Butter, Staubtücher, ein neues Sägeblatt, Bleistifte für die Schule … Zack auf einen Zettel geschrieben, der seinen festen Platz am Herd hat. Und zwar sofort. Ansonsten ist der Gedanke wieder weg und ich stehe im Laden und habe die Hälfte von dem was fehlt, nicht mehr parat. Dafür landen garantiert einige andere Dinge im Einkaufswagen, die ich überhaupt nicht brauche.

Natürlich kann man das auch wunderbar digital über eine Einkaufslisten-App lösen. Für mich funktioniert das allerdings nicht annähernd so gut wie mein Zettel am Herd. Warum? Weil ich ihn SEHE. Die App auf meinem Handy verschwindet irgendwann aus meinem Bewusstsein und damit auch die Einkaufsliste.

Termine

Kalender 2026

Ich trage alles in meinen Oldschool-Papier-Kalender ein und kann auf einen Blick sehen, was im Laufe der Woche ansteht und wo noch Zeitfenster sind, um Dinge zu verschieben oder unterzubringen. Ich mache das bewusst in meinen Papierkalender, denn auch den SEHE ich. Meinen Laptop oder mein Handy sehe ich zwar als physisches Gerät auch, aber die Kalenderfunktion ist halt eine Anwendung, die ich gerne vergesse.

Ich mache die Kalendereinträge auch für Pausen und schöne Dinge, denn genau die würde ich sonst erstaunlicherweise am ehesten streichen. Wenn eine Freundin und ich etwas ausmachen und ich meinen Kalender gerade nicht dabeihabe, bitte ich sie, mir den Termin noch einmal per WhatsApp zu schicken um es nachzutragen.

Erinnerungen und Wecker

Mein Handy und mein Rechner sind für mich gleichzeitig Helfer und Ablenkungsquelle. Eine Sache, für die ich sie aber sehr gerne nutze, sind Erinnerungen und Wecker. Ich lasse mich beispielsweise erinnern:

  • Habe ich heute meine Medikamente und Nahrungsergänzung genommen?
  • Habe ich genug getrunken?
  • Habe ich die Rechnung bezahlt?
  • Wann ist der Sporttermin?
  • Wer hat Geburtstag und besorge ich ein Geschenk?

Gerade der letzte Punkt ist leider etwas, das ich ziemlich zuverlässig vergessen kann. Ich hoffe, mein Freundeskreis sieht es mir nach..

To-do-Listen und Ideenfetzen

Meinem Kopf hilft es enorm, Dinge aufzuschreiben und die 1000 Gedanken rauszulassen. Ich habe gefühlt zehn schöne Notizbücher und kritzle dennoch immer meine To-dos und Gedanken auf kleine Zettel, die gerade verfügbar sind. Ich habe mir jedoch angewöhnt, diese Zettel einmal am Tag zusammenzufassen auf EINEM Zettel und dann zu priorisieren, was überhaupt ein To-do ist, was davon wie zeitkritisch ist und was nur ein Gedanke oder eine Idee ist, die ich nicht vergessen möchte. So hat mein Gehirn das Gefühl: Die Information ist nicht weg und ich kann sie bei Bedarf später wiederfinden. Ob ich diese Informationen dann tatsächlich irgendwann wieder nutze und damit weiterarbeite, sei mal dahingestellt, aber zumindest sind sie nicht verloren.

Die To-dos unterteile ich in kleine, konkrete Schritte um ein Erfolgserlebnis beim Abhaken zu haben. Das bedeutet zwar, dass die Liste plötzlich ziemlich lang aussieht, aber dafür sind die einzelnen Aufgaben viel machbarer. Also nicht: „Heute das Haus putzen.“

Sondern:

  • Küche aufräumen: alle Dinge wegräumen, die dort nicht hingehören
  • Spülmaschine einräumen
  • Spülmaschine anstellen
  • Spülmaschine ausräumen
  • Küche staubsaugen
  • Küche feucht wischen
  • Flur aufräumen

Die Liste erinnert mich außerdem daran, bei einer Sache zu bleiben. Denn oft fange ich an zu staubsaugen, finde im Schlafzimmer dann den ‚Klamottenstuhl‘, um den ich rumsauge. Dann fange ich aber doch an die Klamotten zu sortieren, habe einen Berg dunkler Schmutzwäsche, bringe den in den Keller zur Waschmaschine, finde dort die leere Waschmittelflasche, nehme sie mit hoch in den gelben Sack, bringe den raus zur Mülltonne, ah morgen ist Abfuhr, stelle noch schnell die Bio-Tonne mit raus an die Straße, in der Bio-Tonne ist aber noch Platz, also rupfe ich noch etwas Unkraut, wäre ja blöd eine halb volle Tonne rauszustellen…und der Staubsauger wartet weiter geduldig auf seinen weiteren Einsatz.

Ich war in dieser Zeit definitiv nicht unproduktiv. Ich habe sogar eine ganze Menge erledigt, was irgendwann getan werden muss, nur leider nicht das, womit ich angefangen habe. Und genau das frustriert mich manchmal. Denn am Ende sieht es immer noch aus wie Sau, der Staubsauger steht herum und rund um den Klamottenstuhl liegt inzwischen noch mehr Wäsche.

Prokrastination und Rückwärtswecker

Wie bereits erwähnt, schiebe ich die Dinge gerne auf nach dem Motto „Wenn es zeitkritisch wird, werde ich es schon priorisieren…“. Oder ich finde andere ‚wichtige‘ Aufgaben. Was mir erstaunlicherweise hilft, mich zu fokussieren und anzufangen, ist, laut mit mir selbst zu sprechen. Fühlt sich verwirrt an, aber scheint zu klappen. „Ich fange jetzt an! Ich lege das Handy nun weg und schreibe meinen Blogbeitrag für die nächsten 40 Minuten. Los geht’s“. Dann stelle ich meinen Rückwärtswecker. Das ist ein Timer, der mir visuell anzeigt, wie viel Zeit ich noch habe bzw. konzentriert arbeiten möchte. Und wenn ich diese 40 Minuten wie geplant konzentriert gearbeitet habe, gönne ich mir eine Belohnung. Sei es ein Kaffee, durchatmen im Garten, eine Runde Rückenübung, ein Spaziergang ….

Eine bewusste Pause.

Rückwärtswecker Timer

Zeit fürs Nichtstun einplanen (und auch umsetzen!)

Meine größte Challenge ist es, die Seele baumeln zu lassen. Denn Nichtstun fühlte sich für mich lange Zeit nach ‚faul sein‘ an und faul wollte ich auf keinen Fall gelten. Dabei entstehen die besten Ideen ja in der Entspannung…unter der Dusche, kurz vorm Einschlafen, beim Spazieren im Wald. Mein Nervensystem hatte jedoch nie gelernt, wie entspannen geht. Ich war jahrelang in permanenter Übererregung und Wachsamkeit. Entspannung und die dazu passenden Techniken musste ich erst lernen. Und bis heute fällt es mir schwer, mir die Ruhe nicht erst dann zu gönnen, wenn mein Körper schon laut um Hilfe schreit und mich eine Migräne-Attacke komplett aus dem Verkehr zieht. Also plane ich mittlerweile auch Nichtstun und Seele-baumeln-lassen bewusst ein. Alleine funktioniert das inzwischen ziemlich gut. In Gesellschaft habe ich dagegen immer noch das Gefühl, beschäftigt wirken zu müssen. Daran arbeite ich.

Reizarme Umgebung, Hyperfokus und Perfektionismus

Da ich mich ja schnell ablenken lasse, macht es Sinn, in einer reizfreien Umgebung zu arbeiten. Wobei ‚reizarm‘ bei mir relativ ist, denn ich finde gefühlt überall etwas, das mich ablenken kann und wenn es sein muss, ist es eben der Staub auf meinem Laptop. Also hole ich ein Staubtuch aus der Küche und bin schon wieder weg vom Rechner. Hier habe ich gelernt, achtsamer mit meinen Gedanken zu sein und nicht direkt jedem Impuls zu folgen, sondern den Fokus zu halten. Und manchmal kostet mich allein das bewusste Gegensteuern schon ziemlich viel Energie.

Wenn ich konzentriert arbeiten möchte, brauche ich zudem eine handyfreie Umgebung. Meine Hand greift sonst automatisch zwischendurch zum Handy und ich checke fast unterbewusst, ob neue Nachrichten gekommen sind. Diese Handysucht ärgert mich selbst und ich versuche mir abzugewöhnen permanent erreichbar zu sein und auch ständig das Handy verfügbar zu haben. Ebenfalls schließe ich mein Mailprogramm, damit ich nicht zwischendurch meine Mails checke .

Auf der anderen Seite gerate ich, wenn ich denn mal dann konzentriert arbeite, in einen Hyperfokus. Ich bin dann so konzentriert und inspiriert und produktiv, dass ich einen Blogartikel am Stück runtertippe, recherchiere, korrigiere, dass ich gar nicht merke, wie die Zeit vergeht, Essen und Trinken vernachlässige und auch meine Körperhaltung nicht verändere. Für meine Migräne und meinen Rücken ist das natürlich ziemlich kontraproduktiv. Deshalb steht mittlerweile immer ein Glas Wasser neben meinem Rechner und ich stelle mir den Rückwärtswecker auch für Trink- und Bewegungspausen. Zu denen muss ich mich dann fast zwingen,  weil ich so stolz und euphorisch bin, dass ich so produktiv bin und nicht aufhören möchte.

Und: Ich versuche meinen Perfektionismus zu zügeln. Ich traue mich bewusst, Artikel zu veröffentlichen, die vielleicht noch Rechtschreibfehler haben oder in denen mir eine Formulierung nicht zu 100 Prozent gefällt. Denn sonst drehe ich mich im Kreis und verbrauche Energie an Stellen, an denen andere Menschen einfach machen. Fehler dürfen sein und ich möchte lernen, großzügiger zu mir selbst zu sein.

Coworking

Seit ich selbstständig bin, fehlt mir eine gewisse Struktur von außen. Ich habe keine festen Arbeitszeiten und niemand steht neben mir und sagt: „Das musst du bitte bis heute Nachmittag erledigt haben.“ Auf der einen Seite ist das eine unglaubliche Freiheit, die ich sehr schätze und auch brauche. Auf der anderen Seite kann genau diese Freiheit an manchen Tagen auch eine ziemliche Überforderung sein. Denn wenn die äußere Struktur fehlt, verliere ich mich gerne in Einzelheiten.

Deshalb verabrede ich mich regelmäßig mit anderen Selbstständigen zum digitalen Coworking. Wir besprechen kurz, was gerade ansteht und was wir in der kommenden Stunde schaffen möchten. Dann geht jede an ihrem eigenen Laptop an die Arbeit. Und tatsächlich klappt das! Diese Methode ist auch als Body-Doubling bekannt. Manchmal reicht es tatsächlich schon, dass eine andere Person anwesend ist oder zusieht, damit ich eine Aufgabe endlich anfange oder zu Ende bringe.

Feste Plätze

Dinge in der Wohnung haben einen festen Platz. Ich weiß, wo der Auto- und Haustürschlüssel auf dem Schuhschrank liegt. Mein aktuell genutzte Handtasche hat ihren festen Platz im Flur und die 5 bis 100 anderen haben ihren festen Platz im Schrank und wenn ich wechsle, tausche ich die Taschen. Inkl. der drei kleinen Innentäschchen, man weiß ja nie was man alles so braucht. Daher schleppe ich tendenziell zu viel mit mir rum, aber dafür sortiert nach Thema in Untertaschen, haha. Das macht das Umräumen von einer zur anderen Handtasche aber tatsächlich leichter.

Mein Handyladekabel liegt in der Kabelkiste, in der auch die anderen Kabel für Toniebox etc. liegen und ich nutze zu 90% immer die gleiche Steckdose zum Laden, denn dann bleibt das Kabel auch dort und ich suche mein Handy nicht immer an anderen Stellen.

Auch wichtige Unterlagen haben einen festen Platz im Sinne von einer großen Kiste. Natürlich wäre es praktischer, wenn ich es schaffen würde sie sofort im richtigen Ordner abzuheften. Soweit bin ich noch nicht. Aber zumindest weiß ich, in welcher Box ich kramen muss, um die Unterlagen für die Steuer im letzten Jahr zusammenzusuchen. Ich hasse es dennoch….

Kopf-Gespräche

Früher hat es mich unglaublich viel Energie gekostet, Gespräche und Begegnungen zu verarbeiten und bin diese in endlosen Schleifen wieder und wieder durchgegangen. Was hat die andere Person damit gemeint? Warum hat sie das so gesagt? Wie war diese Reaktion gemeint? Habe ich etwas Falsches gesagt? Was hätte ich besser antworten können? Und natürlich habe ich mir dann auch noch nachträglich die vermeintlich perfekte Antwort überlegt, was natürlich völlig sinnlos war, aber es passierte automatisch.

Mittlerweile kann ich das besser steuern und akzeptieren, dass vergangene Begegnungen in der Vergangenheit liegen und ich sie nicht mehr verändern kann. Und wenn ich mir bei einer Sache unsicher bin, dann frage ich bei meinem Gegenüber nach, wie etwas gemeint war, bevor ich es falsch interpretiere oder mich lange gedanklich damit beschäftige und belaste.

Mit dem Zyklus leben

Als Frau bin ich ein zyklisches Wesen und diese Phasen bestimmen meinen Alltag. Die zusätzliche Migräne zeigt mir das immer noch einmal obendrauf. In einer Migränephase kann ich sowieso nicht produktiv arbeiten, ganz egal, wie viele To-do-Listen oder Hilfsmittel ich mir zurechtgelegt habe.

Auch hier hat es sehr lange gedauert, bis ich mir selbst erlauben konnte, meine Leistungsfähigkeit in Zyklen zu sehen und zu leben. Es gibt Zeiten, in denen ich energiegeladen, konzentriert und kreativ bin und es gibt Phasen der Ruhe und der Pause. Und es gibt leider auch immer wieder Schmerzphasen, in denen Dunkelheit und Tabletten mein Leben bestimmen.

Diese verschiedenen Phasen zu erkennen und aktiv anzunehmen, war ein Gamechanger, besonders in einer Schmerzphase, wenn zusätzlich die Stimmung im Keller ist und ich denke: „Ich werde NIE wieder etwas arbeiten können.“ Denn ich weiß inzwischen aus Erfahrung: Es kommen auch wieder andere Phasen. Phasen, in denen mir Dinge leichter fallen, in denen ich Ideen habe und in denen ich produktiv bin. Und genau darauf versuche ich zu vertrauen mittlerweile. Die Selbstständigkeit ermöglicht es mir zum Glück, manche Aufgaben entsprechend zu verschieben, bis sie für mich wieder leichter umsetzbar sind.

Fazit

Mit den richtigen Tools und Routinen komme ich an den meisten Tagen ziemlich gut durch meinen Alltag. Vielleicht brauchst du all das überhaupt nicht. Vielleicht ist es dir viel zu viel. Vielleicht brauchst du ganz andere Strukturen. Und genau darum geht es. Es gibt nicht DIE richtige Routine.

Ich habe gelernt, mich mit meinen vermeintlichen Macken ein Stück weit anzunehmen und meinen Alltag und meine Umgebung so zu gestalten, dass sie zu mir passen. Und ja, manche Ausprägungen sind auch typisch für ADHS. Meine bisherigen neurologischen Tests waren allerdings nicht eindeutig, weshalb ich keine ADHS-Medikamente nehme. Was ich sicher weiß: Ich nehme sehr viel wahr und mein Gehirn ist reizoffener. Ich bin Migränepatientin. Und ich möchte lernen, damit bestmöglich umzugehen. Nicht, indem ich versuche, mich selbst in eine Form zu pressen, die nicht zu mir passt, sondern indem ich herausfinde, was ich brauche.

Und genau das wünsche ich auch dir:

Probier dich aus. Beobachte dich. Lerne dich kennen. Verändere, was dir nicht guttut. Behalte, was funktioniert. Finde DEINEN Weg.

Denn:

DU BIST GENAU RICHTIG, WIE DU BIST! ❤️

Möchtest du mehr über Hochsensibilität und die für dich passenden Routinen und Strukturen erfahren? Dann nutze meine Beratung oder die der anderen Großen Schwestern. Jede von uns hat ihren eigenen, individuellen Schwerpunkt und steht dir gerne zur Seite.

Portrait von Miriam von dem Bruch, Mentorin in unserem Große Schwester Netzwerk für Hochsensibilität.

Über mich

Ich bin Miriam, Mutter, Ehefrau, selbständig und weiß erst seit ein paar Jahren, dass meine Art zu denken und fühlen zwar anders, aber nicht ‚kaputt‘ ist.

HIER kommst du zu meinem Profil und meinem Angebot.

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